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Der Konjunktiv II – Verbformen des irrealen Konjunktivs (Bildung)

Mit dem Konjunktiv II drücken wir die irreale Welt und auch die Höflichkeit aus. Daher spielt diese Regel eine große Rolle in der deutschen Sprache. Im Gegensatz zum Konjunktiv II  gibt es den Indikativ, der die Wirklichkeit ausdrückt. Daher bieten wir Ihnen hier Erklärung für die Bildung des Konjunktivs in der Gegenwart,  in der Vergangenheit und auch im Passiv. Lesen Sie bitte diesen Artikel sehr gut!

Der Konjunktiv II

1) Die Bildung der Gegenwartsformen

Mit folgenden Endungen werden alle Konjunktivformen gebildet:

EndungPersonalpronomen
eich
estdu
eer/ es/ sie
enwir
et-ihr
ensie
enSie

 

Der Konjunktiv II der starken Verben wird für gegenwärtige Handlungen (Vorgänge, Zustände) aus den Formen des Präteritums und den folgenden Endungen gebildet.

Bei Präteritumformen mit den Vokalen –a-, -o-, -u- wird der Konjunktiv mit den entsprechenden Umlauten gebildet.

ziehenkommenfahrenbleibenseinPersonalpronomen
zogkamfuhrbliebwar
zögekämeführebliebewäreich
zögestkämestführestbliebestwärestdu
zögekämeführebliebewäreer/ es/ sie
zögenkämenführenbliebenwärenwir
zögetkämetführtbliebetwäretihr
zögenkämenführenbliebenwärensie
zögenkämenführenbliebenwärenSie

 

Die Gegenwartsformen des Konjunktivs II entsprechen bei den schwachen Verben den Indikativformen des Präteritums. Es wird kein Umlaut gebildet.

Aus der Gegenwärtigkeit einer Aussage wird klar, dass es sich um Formen des Konjunktivs II handelt.

 

wollensollensagenfragenPersonalpronomen
wolltesolltesagtefragte
wolltesolltesagtefragteich
wolltestsolltestsagtestfragtestdu
wolltesolltesagtefragteer/ es/ sie
wolltensolltensagtenfragtenwir
wolltetsolltetsagtetfragtetihr
wolltensolltensagtenfragtensie
wolltensolltensagtenfragtenSie

 

Die Modalverben (dürfen, können, mögen, müssen) haben im Konjunktiv II einen Umlaut.

müssenmögenkönnendürfenPersonalpronomen
musstemogtekonntedurfte
müsstemögtekönntedürfteich
müsstestmögtestkönntestdürftestdu
müsstemögtekönntedürfteer/ es/ sie
müsstenmögtenkönntendürftenwir
müsstetmögtetkönntetdürftetihr
müsstenmögtenkönntendürftensie
müsstenmögtenkönntendürftenSie

 

Die Mischverben (denken, bringen, wissen) und die Hilfsverben (haben, werden) haben im Konjunktiv II einen Umlaut.

werden habenwissenbringendenkenPersonalpronomen
würdehattewußtebrachtedachte
würdehättewußtebrachtedächteich
würdesthättestwußtestbrachtestdächtestdu
würdehättewußtebrachtedächteer/ es/ sie
würdenhättenwußtenbrachtendächtenwir
würdethättetwußtetbrachtetdächtetihr
würdenhättenwußtenbrachtendächtensie
würdenhättenwußtenbrachtendächtenSie

 

Bei einigen starken und gemischten Verben entspricht der Vokal im Konjunktiv II nicht dem Vokal des Präteritums Indikativ. Diese Formen werden aber nur noch selten gebraucht. Man bevorzugt die Umschreibung mit (würde + Infinitiv).

beginnen nennenstehenwerfenhelfenPersonalpronomen
begannnanntestandwarfhalf
begönnenenntestündewürfehülfeich
begönnestnennteststündestwürfesthülfestdu
begönnenenntestündewürfehülfeer/ es/ sie
begönneennenntenstündenwürfenhülfenwir
begönnetnenntetstündetwürfethülfetihr
begönnennenntenstündenwürfenhülfensie
begönnennenntenstündenwürfenhülfenSie

 

Tipp: Man gebraucht bei den Mischverben (senden –sandte/ sendete und wenden – wandte/ wendete) im Konjunktiv II immer die schwache Form. In der gesprochenen Sprache verwendet man heute die Umschreibung mit (Würde + Infinitiv).

Nur bei den Modal- und Hilfsverben werden immer die Formen des Konjunktivs II gebraucht.

 

2) Die Bildung der Vergangenheitsformen

Die Vergangenheitsform wird mit den Hilfsverben “haben oder sein” im Konjunktiv II (wäre, hätte) und dem Partizip Perfekt gebildet.

Zum Beispiel:

Vergangenheit im K. IIInfinitiv
Er hätte gehabt.haben
Er wäre gewesen.sein
Er hätte gearbeitet.arbeiten
Er wäre geblieben.bleiben
Er wäre gekommenkommen
Er hätte gezogen.ziehen

 

Den drei Vergangenheitsformen des Indikativs steht nur eine Vergangenheitsform des Konjunktivs II gegenüber.

Zum Beispiel:

  • Er kamm. /Er ist gekommen.

(Er wäre gekommen.)

  • Er sagte. /Er hat gesagt.

(Er hätte gesagt.)

 

3) Das Passiv im Konjunktiv II

Gegenwart ( Würde + P.P)

Vergangenheit (Wäre + P.P + Worden)

K. IIIndikativ 
Ihm würde geholfen.Ihm wird geholfen.Gegenwart
 

 

 

Ihm wäre geholfen worden.

Ihm wurde geholfen.Vergangenheit
Ihm ist geholfen worden.
Ihm war geholfen worden

 

4) Die Vergangenheitsformen des Konjunktives II mit Modalverben

a) Aktiv

(hätte + inf + M.V)

Wenn Sie Modalverben im K. II im Vergangenheit verwenden wollen, sollen Sie einen satz mit hätte in der Position 2 und der Inventiv und dem Modalverb am Ende bilden. Es gibt eine Form für das.

 

Konjunktiv IIIndikativ
Man hätte ihm vertrauen können.Man konnte ihm vertrauen.
Man hat ihm vertrauen können.

 

b) Passiv

(hätte + P.P + werden + M.V)

Im Passiv sollen Sie “hätte” in der Position 2 stehen, dann kommt Partizip Perfekt und werden in der Infinitiv. Danach endet dieser Satz mit dem Modalverb.

Konjunktiv IIIndikativ
Es hätte ihm vertraut werden können.Es konnte ihm vertraut werden
Es hat ihm vertraut werden können.

 

5) Die Umschreibung des Konjunktivs II mit würde + Infinitiv

1) Ein solcher Satz mit zwei schwachen Verben ist doppeldeutig. Er kann bedeuten:

Jedes Mal , wenn ich ihn fragte….

(= Präteritum Indikativ)

Oder

2) Falls ich ihn fragen sollte ….

(= Gegenwartsform Konjunktiv II)

Zum Beispiel:

  • Wenn ich ihn fragte, erzählte er mir von seiner Kindheit.

Zur Klarstellung kann man in einem solchen Fall die Umschreibung mit würde + Infinitiv gebrauchen. Die doppelte Verwendung in Haupt- und Nebensatz sollte in der geschriebenen Sprache vermieden werden.

Zum Beispiel:

  • Wenn ich ihn fragen würde, erzählte er mir von seiner Kindheit.
  • Wenn ich ihn fragte, würde er mir von seiner Kindheit erzählen.
  • Viele Konjunktivformen der starken Verben gelten als veraltet (z.B bäte, grübe); sie werden meistens durch würde + Infinitiv ersetzt.

Zum Beispiel:

  • Wenn er mir eine Abenteuerreise anböte, wiese ich sein Angebot zurück.
  • Wenn er mir eine Abenteuerreise anböte, würde ich sein Angebot zurückweisen.

 

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